TANGO ARGENTINO
Kurze Geschichte des Tango
Der Tango ist ein sehr europäisch geprägter lateinamerikanischer Tanz.
Er entstand Ende des 19. Jhdts. in den beiden Zentren Montevideo und Buenos Aires an der
Mündung des Rio de La Plata, aus einer Mischung vieler verschiedener Kulturen.
Während der Jahrzehnte, in denen sich der Tango entwickelte, war eine deutliche
hierarchische Struktur der aus völlig verschiedenen Herkunftsländern stammenden
Bevölkerungsgruppen noch wenig ausgeprägt. Viele der Einwanderer fühlten sich
heimat- und haltlos. Anfängliche Sprachprobleme und wirtschaftliche Not kamen hinzu.
Zudem herrschte zunächst extremer Frauenmangel, was Prostitution und Frauenhandel zur
Folge hatte. Entwurzelung, Melancholie, Heimweh, Einsamkeit und soziale Chancenlosgkeit /Ungerechtigkeit
prägten das Klima.
In diesem gesellschaftlichen Klima, quasi als Substrat daraus wurde der Tango als Musik, als
Lied, als Tanz und als Lebensgefühl kreiert.
Das wichtigste Instrument des Tango, das Bandoneon wurde von dem deutschen Auswanderer Heinrich
Band entwickelt.
Ab etwa 1876 kamen Hunderttausende von Europäern nach Argentinien und Uruguay,
hauptsächlich in die beiden Städte Buenos Aires und Montevideo an der Mündung
des Rio de La Plata. Zwei Zahlen verdeutlichen die Situation:
Einwohner Buenos Aires im Jahr 1865 150.000, kaum 50 Jahre später hatte sich die
Zahl verzehnfacht. Einwohner Buenos Aires im Jahr 1914 1. 500. 000.
Einwanderer und Einheimische vermischten sich mit der Zeit, das Stadtbild veränderte sich
nach europäischem Geschmack. Überfluß und Luxus entstanden durch den Export von
Saatgut und Rindfleisch. Als Gegenpol hierzu entwickelten sich die Mietskasernen und Fabriken in
den Vorstädten. Extreme Arbeitsausbeutung prägte die Zeit, Gewerkschaften entstanden,
Arbeitskämpfe begannen.
Die sogenannte Vorstadt, in der der Tango entstand wurde bevölkert von Indios - Reste
der Urbevölkerung, Afrikanern Nachfahren der ehemaligen Sklaven, Kreolen
Nachfahren der Spanier, Gringos Einwanderer aus Europa, Gauchos von den Großgrundbesitzern
vertriebene Landarbeiter.
Während dieser Zeit (1865 1914) wurden typische Gestalten des Tango benannt/erfunden:
Der sogenannte Lunfardo der Ganove der Heimatlose, der noch kein wirklicher Städter war,
der Compadre der Gevatter und der Compadrito der Nacheifernde.
Orte der Vermischung und der Verbindung entstanden: die Straßen, die Mietskasernen,
Vergnügungsetablissements. Hier entwickelte sich der Tango.
Die etablierte Mittel- und Oberschicht lehnte den Tango anfänglich allerdings als
zu öbszön und vulgär ab. Erst als der Tango in elganten Salons in Europa durch
reisende Sänger, Musiker und Tänzer in den sogenannten goldenen Zwanziger Jahren zum
grandiosen Erfolg wurde, fand er auf diesem Umweg Eingang in alle Schichten in seiner Heimat.
In Europa wurde wurde der Tango 19....
Während der Zeit des Hitlerregimes war Europa mit anderen Dingen beschäftigt.
